Plant ihr die Installation einer Ladestation für Elektroautos, sind einige wichtige zu beachten. Es muss natürlich zuallererst die Leistung des Hausanschlusses hinreichend sein, schließlich soll nicht das Licht im Haus ausgehen, nur weil das Elektroauto gerade  am Laden ist. Viele Einfamilienhäuser haben einen 63A oder sogar nur 40A Anschluss an das Stromnetz. Im letzteren Fall ist das schnelle Laden eines Elektroautos fast ausgeschlossen und es muss auf geringe Ladeleistungen zurückgegriffen oder der Hausanschluss durch die Stadtwerke erweitert werden.

Weiter sollte die Installation nur ein ausgebildeter Elektro-Fachmann durchführen. Dieser prüft dann nicht nur die verfügbare Leistung im Hausnetz, sondern stellt auch sicher, dass die Stromleitungen und Sicherungen hinreichend dimensioniert sind. Ausserdem sollte für das Laden eines Elektroautos ein FI-Schalter Typ B oder zumindest der etwas preiswertere Typ A-EV zum Einsatz kommen. Entweder wird dieser in die Hausinstallation eingesetzt oder er ist bereits in der zu installierenden Ladestation herstellerseitig eingebaut worden.

Zu guter Letzt sollte die Ladestation beim Netzbetreiber angemeldet werden. Jede Installation eines Gerätes mit überdurchschnittlich hohem Leistungsbedarf muss gemeldet werden, die Grenzen sind dabei allerdings unterschiedlich. In Wuppertal liegt diese zum Beispiel bei 10kW, daher sollte das örtliche Stadtwerk kontaktiert werden, ab welcher Leistungsgrenze die Anmeldung zwingend ist.

Unsere Stromnetze werden aus Kosten und Effizienzgründen überbucht. Damit nicht regelmäßig in Wohngebieten das Licht ausgeht, gibt es einen Gleichzeitigkeitsfaktor. Es wird also berechnet, welche Leistung gleichzeitig vermutlich nicht überschritten werden wird. Auf die genau Berechnung kann und will ich nicht eingehen, jedoch sollte man wissen, dass es diese Überbuchung gibt.

Funfact: Würden alle Menschen in Deutschland gleichzeitig Staub saugen, würde das Stromnetz zusammenbrechen

Würden nun viele Haushalte ohne weitere Anmeldung beliebig leistungshungrige Geräte (Wärmepumpen, Ladestation usw.) installieren, würde dies eine Überlastung des Stromnetzes immer wahrscheinlicher werden lassen. Nur durch eine offizielle Anmeldung der Geräteanschlüsse haben die Netzbetreiber eine Chance, den Ausbau der Stromnetze dem Bedarf anzupassen um dafür zu sorgen, dass immer überall genug Leistungsangebot zur Verfügung steht. Daher informiert euch bei dem lokalen Netzbetreiber und meldet entsprechend die Ladestation an. Am Ende haben alle in eurem Wohngebiet ein gemeinsames Interesse an einer stabilen Stromversorgung.

Bei der Gelegenheit möchte ich einen tollen Podcast empfehlen, der mich an dieses Thema nochmal erinnert hat. Der gemeinnützige Verein Electrify-BW veröffentlich regelmäßig neu Podcast-Folgen mit Jerome Brunelle und Jana Höffner. In der Folge 24 – Das Urteil ging es untere anderem um genau diese wichtige Anmeldung der Installation von Ladestationen beim Netzbetreiber.