RWE eMobility hat das Elektroauto nicht verstanden!

Von , 26. März 2014

RWE_Schnarchladung_ZOE

RWE eMobility kündigte diese Woche an, dass am kommenden Wochenende eine Wartung am Backend der Infrastruktur für die Ladestationen stattfinden und somit die Smartphone App als auch die SMS-Funktion zur Freischaltung der Ladung nicht funktionieren wird. Nach einem Desaster im letzten Jahr versichert man aber, dass die Ladesäulen nun wirklich in den sogenannten “Messemodus” versetzt werden und daher eine Ladung trotzdem möglich sein wird – ganz ohne Freischaltung oder Abrechnung.
Was auf den ersten Blick vorbildlich klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als absoluter Witz! Es ist das Jahr 2014 und EDV IT wird von der Menschheit in der breiten Masse bereits seit mehr als 30 Jahren betrieben. Die Kassen beim OBI Markt um die Ecke sind autark, aber eine Ladestation muss ihren Strom verschenken, wenn es mal wieder Windows Updates für den Server in der RWE-Zentrale gibt? Really!?! Aber es kommt noch schlimmer: Der Messemodus wird auf maximale 11kW Leistung beschränkt, was besonders bitter für Fahrer von modernen Elektroautos wie Tesla Model S, Renault ZOE oder Smart ED ist. Bei denen führt diese unnütze Beschränkung zu einer Verdopplung bzw. im Falle des ZOE sogar zu einer Verdreifachung der Ladedauer! RWE begründet diese Einschränkung wie folgt:

Aufgrund der kostenlosen Abgabe des Ladestroms steht lediglich eine maximale Ladeleistung von 11kW zur Verfügung.

Nochmal zum Mitdenken: Da man den Strom aus eigener Dämlichkeit verschenken muss, zwingt man die Kunden zur Schnarchladung? Frei nach dem Motto: Möglichst langsam laden, dann vergeht den Kunden die Lust und RWE muss weniger Strom verschenken? Oder sind die 22kWh für eine komplette Ladung eines Renault ZOE etwa billiger, wenn man sie dosiert in drei Stunden verschenkt, anstatt schnell in einer Stunde?

Man stelle sich mal vor, man fährt mit einem Diesel-Auto an eine beliebige Tankstelle und stellt dann fest, dass der Sprit nur tröpfchenweise kommt und der Tankvorgang dadurch statt 5 Minuten nun 20 Minuten dauert. Und warum? Weil irgendein Server im Rechenzentrums-Keller gerade nicht funktioniert?!

RWE hat meiner Ansicht nach noch nicht verstanden, dass es tatsächlich Menschen gibt, die Elektroautos wirklich benutzen. Diese Menschen sind darauf angewiesen, ihr Auto zuverlässig aufladen zu können, und das mit möglichst kurzen Ladezeiten. Das Elektroauto ist kein Spielzeug mehr, nur um Fördergelder abzugreifen. Es entwickelt sich gerade zur gelebten Realität, und zwar bei Menschen, deren Spieltrieb begrenzt ist und die mit dem Elektroauto einfach “nur” fahren wollen. Ich plädiere also dringend dafür, dass RWE diesen Schwachsinn ändert und die 22kW Ladung freigibt! Die Elektromobilität muss spätestens ab diesem Jahr ernst genommen werden, und es gehören dieselben Maßstäbe angelegt, wie sie auch für Zapfsäulen an der Tankstelle um die Ecke gelten! Vielleicht bleiben dann auch höhnische Kommentare von Elektroauto-Fahrern in Zukunft aus:

 

 

 

Nicht, daß wir uns falsch verstehen: Wartungen, Pflege und Verbesserungen an komplexen Systemen sind notwendig und sogar zu begrüßen – aber bitte mit der angemessenen Professionalität!

9½ Monate – ein ZOE Akt in 20.000km

Von , 13. März 2014

Renault_ZOE_Tacho_20000

Konnte Mickey Rourke 1986 seine sexuelle Beziehung mit Kim Basinger gerade mal 9½ Wochen im gleichnamigem Film aufrecht erhalten, lachen ZOE und ich über diesen Lidschlag gleichen Zeitraum. ZOE und ich haben schließlich nun bereits 9½ Monate hinter uns gebracht – auf rein platonischer Ebene selbstverständlich! Weder meine Schwiegermutter Renault, noch ZOEs eifersüchtige Freunde RWE und WSW konnten einen Keil zwischen uns treiben und sogar der Verführung des TopModellS Tesla konnte ich widerstehen.
Während der gegenseitigen Treue haben wir soviele Spielarten ausprobiert, von kurz und schmerzlos bis lang und leidenschaftlich, aber ZOE hat mich nie hängen lassen. Nur letzte Woche hat ZOE mich alleine gelassen und mich in die Arme des eigentlich bereits vergebenen e-Smart getrieben. Ich bin aber nicht böse, immerhin hat ZOE sich nur für mich den faltigen Hintern liften lassen, der vor 3 Monaten plötzlich Zellulitis bekam. Jetzt mit dem straffen Hinterteil bin ich mir sicher, dass mich die Lust auf ZOE auch die nächsten 20.000km nicht verlassen wird – ZOE ist einfach elektrisierend!

Renault_ZOE_Heck

Mit dem Elektroauto Tesla Model S in die Alpen

Von , 17. Februar 2014

Meine Frau und ich haben in der letzten Woche unsere erste rein elektrische Langstrecke von insgesamt 2000 Kilometer hinter uns gebracht. Um es kurz zu machen: trotz aller grundsätzlicher Bedenken aufgrund der begrenzten Reichweite der reinen Elektroautos und der noch lückenhaften Ladeinfrastruktur hat die Tour völlig problemlos geklappt.

Drei Koffer und Skiausrüstung passen locker in den Kofferraum

Die technischen Vorraussetzungen waren optimal: Wir nutzten das Elektroauto mit der aktuell größten Reichweite, einen Tesla Model S mit einer Akkukapazität von 85 kWh. Die Ladeinfrastruktur bestand aus dem frisch eröffneten Netz von Schnellladestationen an der Autobahn und normalen Steckdosen an den Hotelunterkünften.
Die Rahmenbedingungen der Fahrt zeigten sich dagegen als harte Nuß für Elektroautos: Bei winterlichen Temperaturen und beladenem Fahrzeug mussten wir aus der norddeutschen Tiefebene bis auf eine maximale Paßhöhe von 1800 m fahren. Stürmischer Gegenwind kam auf der Hinfahrt dazu, die Heizung wollten wir ohne Einschränkung nutzen und Winterreifen bei Regen kosten ebenfalls Energie.

Die Strecke: Dülmen – München – Sautens im Ötztal – Friedrichshafen – Dülmen (Insgesamt 2000 km)

SC-Fahrt1

Am ersten Tag ging es von Dülmen nach München, 700 km Fahrtstrecke mit ca. 400 Höhenmetern Anstieg (die Höhenmeter sind beim elektrischen Fahren ein wichtiger Faktor, weil ein Anstieg die Reichweite beeinflusst). Das Model S hat im voll geladenen Zustand eine Winter-Reichweite von etwa 300-350 km auf der Autobahn bei einer Richtgeschwindigkeit von 130km/h. Weil noch unerfahren haben wir in kürzeren Abständen den Wagen aufgeladen: nach 160 km an der Sauerlandlinie (Autohof Wilnsdorf), nach weiteren 260 km (Autohof Bad Rappenau) und nach weiteren 200 km (Autohof Scheppach). Die letzten Kilometer nach München wären auch ohne den letzten Ladestopp möglich gewesen. Die Ladestationen an den Autohöfen werden Supercharger genannt und zeigen einige Besonderheiten. Im Gegensatz zu den “kleinen” Ladestationen in den Innenstädten werden diese mit Gleichstrom betrieben und können den Akku des Model S mit 135 000 Watt Leistung “betanken”. Dies bedeutet in der Praxis, daß eine Pause von ca. 30 Minuten ausreicht, um auf 90 Prozent der Akkufüllung zu kommen. Das Aufladen auf 100 Prozent würde deutlich mehr Zeit beanspruchen, weil die Ladestation die Leistung zur Schonung des Akkus bei hohen Füllständen herunterregelt. Das Aufladen an den Superchargern ist im Kaufpreis des Wagens inkludiert und es ist keine aufwendige Freischaltung der Ladesäulen notwendig => Anschließen und Kaffee trinken, fertig. Da wir auch an den Zielorten immer kostenfrei laden konnten, waren übrigens die kompletten 2000 Kilometer gratis.

Supercharger am Autohof  Autohof

In München gab es in Laufweite des Hotels das Parkhaus Skyline/Schwabing mit einer Typ 2-Ladestation mit 11 kW Ladeleistung, also war über Nacht der Akku wieder voll. Am zweiten Tag ging es von München über Garmisch-Partenkirchen über den Fernpaß Richtung Ötztal (160 km bei 300 Metern Anstieg). Gerade in Bezug auf Paßstraßen waren wir noch unsicher bezüglich der Reichweite. Hier zeigte die effiziente Rekuperation (Energierückgewinnung beim Bremsen und Bergabfahren) des Model S ihre Vorteile. So lange man genug Akkukapazität hat um auf die Passhöhe zu kommen, gewinnt man beim Bergabfahren einen Großteil der Lagenergie wieder in elektrische Energie (=Reichweite) zurück. So blieb der Energieverbrauch über den Fernpaß bei den im Flachland üblichen 21-23 kWh/100 km, obwohl wir auf 1200 Meter über NN fuhren.

Drei Tage im Ötztal zeigten auch den kleinen Nachteil des Model S, seine Breite. In den engen Sträßchen der Bergorte muß man mit der überbreiten Limousine gut aufpassen. Im Hotel haben wir nicht nur wegen der notwendigen Schukosteckdose einen Carport-Platz gebucht, sondern auch wegen der winzigen Parklücken auf dem kleinen Hotelparkplatz, welche nicht zu den US-Ausmaßen des Model S passten.

kuetai  sonnenplateau  bergundtal

Das Aufladen mit einer Schuko-Steckdose war bei drei Nächten Aufenthalt kein Problem, kleinere Touren ins Tal oder auf die Hochebenen inklusive. Die Weiterreise zum Bodensee führte uns dann am Supercharger in Sankt Anton am Arlberg vorbei. Nach einem kurzen Ladestopp ging es auf 1800 m Höhe über den Arlbergpaß Richtung Feldkirch/Bregenz. Es war beeindruckend, wie gut die Rekuperation des Model S funktionierte. Trotz starkem Gefälle reichte es, den Fuß vom Strompedal zu nehmen und ohne zusätzliches Bremsen oder Runterschalten lief der Wagen den Paß hinunter. Berg- und Talfahrten sind mit einem Elektroauto deutlich komfortabler zu meistern, als mit einem klassischen Auto mit Verbrennungsmotor.

Sankt Anton am Arlberg  arlbergpass

Nach zwei Nächten am Bodensee mit kostenfreier Nachladung mittels Schukosteckdose ging es auf den Heimweg. Mit ca. 670 km sparten wir uns einen Zwischenstopp am Supercharger Aichstetten und kamen bequem in knapp 7 Stunden mit zwei kurzen Stopps daheim an.

Fazit:

Mit den Superchargern sind Langstrecken bequem im Elektroauto möglich. In diesem Jahr wird durch den weiteren Ausbau der Infrastruktur in Mitteleuropa jedes Ziel erreichbar sein. Bei Hotelaufenthalten benötigt man in der Regel nur eine Haushaltsteckdose, solange man nicht komplett leer abends ankommt und am nächsten Morgen weiter muss. Letztlich genügt ein Anruf beim Hotel im Vorfeld, um die Reise sicher zu planen.

Die Größe des Model S kann in engen Parkhäusern und in kleinen Gassen zu Rangiermanövern führen, doch der Platz im Wagen ist dafür riesig. Das Fahren im Gebirge klappt besser als man denkt, der Reichweitenverlust ist aufgrund der Energierückgewinnung erstaunlich gering. Sogar meine Ehefrau war nach anfänglicher Skepsis von dieser neuen Art der Mobilität begeistert.

Abenteuer Technik – Laden unterwegs mit dem Smart ED

Von , 7. Februar 2014

Smart

Heute mussten meine Frau und ich mit unserem Smart ED zum Smart-Center am Centro in Oberhausen. Dort wurde ein Softwareupdate – wohl für die Motorsteuerung –  eingespielt, das bei den Smartstützpunkten in der näheren Umgebung von Bochum niemand einspielen konnte, mangels entsprechend geschulter Techniker (Das ist schon etwas traurig….).  In Deutschlands allererstem Smart Center in Oberhausen wurde jedenfalls das Softwareupadte schnell, freundlich und kostenlos aufgespielt.

Für den Rückweg, immerhin gute 40km wollten wir sicherheitshalber unseren “EDdy” voll laden. Am Centro in Oberhausen steht vor dem Kino im Wendekreis eine Ladesäule von RWE (Typ 2, 22kW) mit zwei Ladeplätzen. Wie praktisch…

Kabel einstecken und laden …

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Auf der Säule klebt ein kleiner „Intercharge“ Aufkleber mit QR-Code und eine Kurzanleitung (Kabel einstecken und Laden …). Aber - man ahnt es schon – so einfach war das dann doch nicht: Stecker, Kabel alles passte, aber der Smart wollte nicht laden. Die Leuchte am Tankstutzen blinkte penetrant gelb. Kein Strom! Offenbar musste die Säule irgendwie freigeschaltet werden. Flux die auf dem Aufkleber stehende Hotline angerufen: Dabei trafen wir – ohne Warteschleife – auf einen sehr netten und hilfreichen Mitarbeiter, der uns dann die vorsichtshalber gar nicht auf der Ladesäule erwähnte Freischaltmöglichkeit per SMS erklärte. Mit der korrekten Syntax klappte das auch schnell. Gewusst wie! Nachdem wir mit einem Handy telefonierend und mit dem anderen die SMS schreibend den Strom freischalten konnten, hatten wir dann rasch für 20 Minuten mit 16 Ampere für 1,32€ Ökostrom geordert.

Strom kommt per SMS

Und siehe da: RWE-Säule leuchtete freundlich blau, Auto-Status lachte grün und der Smart begann zu laden, bis meiner Frau einfiel, dass Ihre Handtasche noch im Auto lag. Auto auf, Tasche rausgeholt, Strom weg … Ladevorgang abgebrochen.  Das wir gerade eben Strom für 20 Minuten freigeschaltet hatten, hatte die offenbar an Alzheimer leidende Säule schon wieder vergessen. Es blieb da nur die erneute SMS Freischaltung (inzwischen hatten wir ja etwas Übung) und wiederum 1,32€ für 20 Minuten mit 16 Ampere. Da SOC bei 60% war, sollte das wohl reichen. Dachten wir.

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Während der Strom nun endlich so vor sich hin floss, gingen wir zum Starbucks gegenüber, tranken einen Kaffee und beobachteten dabei amüsiert durch das große Fenster, wie der an der grellorangen elektrischen Nabelschnur hängende Smart von zahllosen Passanten interessiert beäugt wurde (nein, das ist kein überdimensionales Fahrradschloss). Tatsächlich hatte sich unser Smart  20 Minuten lang mit 16 Ampere gestärkt. Aber das war wohl doch etwas zu kurz: Die Batterieladung war nur von 60% auf 80% gestiegen. Wir waren von unserer 32Ampere Wallbox zu Hause doch etwas verwöhnt und hatten den Zeitbedarf unterschätzt. Aber für den Heimweg reichte das trotzdem dicke aus und wir hatten für heute genug Ladexeperimente absolviert.

Geht das nicht einfacher?

Von frischem Strom beflügelt Zuhause angekommen fragten wir uns, ob es nicht eine Möglichkeit gäbe, in Zukunft vielleicht etwas weniger kompliziert unterwegs Strom zu tanken. Irgendwo müsste man doch Mitglied werden können? Und immerhin ist der Smart ja “Plug&Charge” fähig.  In der Vehicle-Homepage-App gibt es dafür extra eine Option um ein solches Zertifikat zu installieren. Nur: wo bekommt man ein solches Zertifikat her? Google wusste keine Antwort. Auch ein Anruf bei RWE Mobility brachte keine Klärung. Dort erfuhr ich aber, dass ich einen Stromlieferungsvertrag abschliessen könne, für 4,95€ im Monat und 0,30€ je getankte kWh. Für mich steht aber fest: Eine Grundgebühr von fast 5€ im Monat wird sich für mein Ladeverhalten nicht lohnen, denn in der Regel lade ich Zuhause. Ich suchte eigentlich eine Möglichkeit, mich mit einem Kundenkonto bei einem Stromversorger zu registrieren und meine Abrechnungsdaten dort zu hinterlegen, um “mal schnell” unterwegs zu laden. Es ist für mich absolut unverständlich, warum ich einen, oder gar mehre Verträge bei Stromanbietern abschliessen und 5 Euro im Monat zahlen soll, um gelegentlich für 2-3 Euro Strom zu beziehen. Wenn ich an einer Telefonzelle telefonieren will, muss ich ja auch keine Grundgebühr bezahlen. Oder anders gesagt, wenn ich im Jahr für vielleicht 20-30€ Strom unterwegs tanke, lohnt es nicht, zusätzlich 60 Euro im Jahr in eine Grundgebühr zu investieren.

IMG_1568Ich hatte gehofft, dass durch das “Stromroaming”, was Intercharge  und Plug&Charge ja anbieten wollen, eine einfachere Autorisierung an Ladestationen möglich sein würde. Vielleicht kommt das ja noch. Leider bin ich bisher nicht fündig geworden, wie ich “Plug&Charge” ohne eine monatliche Grundgebühr nutzen kann. So werde ich – wo denn möglich – erstmal weiter die SMS-Variante an den RWE-Säulen der Region nutzen. Jetzt weiss ich ja wie das geht. Falls jemand Informationen hat, wie man für den Smart ED an ein Plug&Charge Zertifikat kommen kann,  freue ich mich auf Tipps oder Vorschläge in den Kommentaren…

 

Wie Nino an anderer Stelle schon geschrieben hatte, bleibt der Eindruck bestehen, dass die Ladeinfrastruktur in Ihrer Ausgestaltung der Fahrzeugtechnik leider doch etwas deutlich hinterher hinkt. Was nutzt eine Steckernorm, wenn die Bezahlsysteme nicht vereinheitlicht sind? Das  macht aus dem Laden Unterwegs leider immer noch ein  ”Abenteuer Technik”. Aber den nötigen Pioniergeist bringen wir schon auf ….

WDR Fernsehen – Hier und Heute: Unter Strom

Von , 13. Januar 2014

WDR Hier und Heute: Unter Strom

Was für uns bereits Normalität geworden ist, war für den WDR eine spannende Geschichte. Wir fuhren im Dezember mit unserem Elektroauto Renault ZOE mal wieder von Wuppertal nach Hamburg in den Urlaub. Auf dem Hinweg begleitete uns Journalist Kai-Hendrik Haß im Auftrag des WDR Fernsehen für eine Reportage für das bekannte Format “Hier und Heute“. Die Tatsache, von einem Fernsehteam begleitet zu werden, machte die Fahrt dann natürlich doch wieder zu etwas Besonderem.

Es ist schon spannend, wenn man sich auf das Autofahren konzentrieren muss, während einem eine Kamera und ein Mikrofon ins Gesicht gehalten werden. Dann noch entspannt und lässig zu sein und möglichst was Intelligentes zu sagen, war schon eine Herausforderung. Ob es mir gelungen ist? Das wird sich zeigen, und zwar am kommenden Mittwoch, den 15.01.2014, um 18:05 im WDR Fernsehen.

Keine Reichweite, viel zu teuer und wo kann man überhaupt tanken? Elektroautos haben in Deutschland keine große Lobby. Autohändler wie Thomas Bruss aus Wuppertal waren sich lange sicher: “Elektroautos will kein Schwein haben”. Auch für Danica Dannenberg und Nino Zeidler waren E-Autos bis vor einigen Monaten ganz weit weg: Aber als der bekennende “PS-Fan” Nino zum ersten Mal einen E-Flitzer testete, war es geschehen: Beschleunigung, Spaß am Fahren – das überzeugte auch seine Frau. Jetzt sagt sie: “Autofahren kann ja sogar Spaß machen – besonders, wenn ich mal wieder einen BMW an der Ampel stehen lasse”. Auf Kurzstrecken alles kein Problem – aber auf der Langstrecke? Beim ersten Mal brauchte das Paar nach Hamburg gute zwölf Stunden. Auf den Wutausbruch folgte bei Danica aber die Erkenntnis: “Beim Warten aufs Laden kann man wunderbar endschleunigen”. Reporter Kai-Hendrik Haß hat die Elektropioniere in der Stadt und auf großer Überlandfahrt begleitet.

WDR Fernsehen: „Programmvorschau für den 15.01.2014“, unter: http://www.wdr.de/programmvorschau/suche.html?datum=2014-01-15&medium=F&sender=10 (abgerufen am 12.01.2014).

EDIT:
Der Beitrag ist nun online in der Mediathek des WDR: Hier und Heute: Unter Strom

Der neue volkswagen e-up! – die erste Probefahrt

Von , 4. Januar 2014

Ist es für einen Elektromobilisten etwas Besonderes, mal ein anderes Elektroauto zu fahren?

Ich hatte das große Glück, bisher fast jedes elektrisch betriebene Serienmodell fahren zu dürfen – egal ob es ein Renault Twizy, ein Mitsubishi i-MiEV, oder ein Tesla Model S war. Zuletzt war es der neue BMW i3, der mich genauso überzeugen konnte, wie Michael.

Um eine Antwort auf meine Frage zu geben: ja, es ist immer noch etwas Besonderes, ein anderes Elektroauto fahren zu dürfen. Vor allem, wenn es ein Elektroauto ist, das neu auf den Markt kommt. Kurz nach dem Markstart des BMW i3 wurde auch der e-up! von Volkswagen bei den ausgewählten Stützpunkt-Händlern präsentiert, nachdem er bereits auf der IAA 2013 in Frankfurt vorgestellt wurde.

e-up! Logo

Nach einer Anfrage bei unserem örtlichen Händler, der zufällig VW-e-Stützpunkt ist, bekam ich die spontane Möglichkeit zu einer Probefahrt am folgenden Tag. Da ich schon seit längerer Zeit mit unserem Händler in Sachen EcoDrive-NRW zusammenarbeite, wusste ich schon, dass vor dem VW-Verkaufsraum eine Ladesäule aufgestellt wurde, mit der der e-up! nach Probefahrten aufgeladen werden kann. Außerdem gibt es eine Lademöglichkeit im Werkstattbereich des Autohauses.

Die Ladestation vor dem Verkaufsräum ist nichts besonderes: eine Platte mit der Aufschrift ‚e-Station’, an der eine Art Wallbox hängt, die mit einem dünnen Kabel und Typ-2-Stecker ausgestattet ist. Sie hat eine Leistung von 3,7 kW. Mehr braucht der e-up! auch nicht, denn –ausgenommen an CCS-Säulen– kann der up! eh nicht schneller laden. An dieser Säule nuckelt der e-up! noch ein wenig Strom, damit er für die Probefahrt auch zu 100% geladen ist:

e-up!

Da steht er also vor mir. Der Stromer, den ich gleich testen werde. Silber ist er, mit Glasdach. Nicht aufregend. Bodenständig. Ein echter Volkwagen halt. Auf der Seite steht ‚Einfach elektrisch. Inspired by ThinkBlue.’ –  ansonsten kann man ihn nicht großartig von einem anderen ‚gewöhnlichen’ up! unterscheiden. Süß finde ich ihn schon, ein kleines Stadtauto. Viele würden dazu Frauenauto sagen, aber das sagen sie zu meinem Smart ED auch – und trotzdem will ich ihn um nichts in der Welt gegen ein anderes Auto eintauschen! Doch zurück zum up!.

Angeleuchtet wird er durch das Licht im Autohaus, das durch die großen Glasflächen scheint. Diese Flächen sind sogar mit Werbung für den e-up! beklebt – eine große Steckdose, davor ein Stecker, daneben die Aufschrift ‚Einfach elektrisch. Der neue e-up!’. Diese Werbung ist deutlich größer, als die vom i3, die ich bisher bei BMW wahrgenommen habe. Gespannt gehe ich in den Verkaufsraum, um zu gucken, ob der e-up! dort auch ein stiefmütterliches Leben führt, wie viele andere Elektroautos bei anderen Händlern.

Beim Betreten des Ausstellungsfläche stelle ich zu meiner großen Überraschung fest, dass der e-up! dort nicht versteckt wird. Direkt hinter dem Eingang wird der up! ausgestellt und hat, im Gegensatz zu allen anderen Modellen, enorm viel Platz zur Verfügung. Verschiedene Info-Aufsteller zum Fahrzeug und ein Ladesäulen-Dummy werden neben dem Fahrzeug präsentiert. Ich bin wirklich begeistert von der Präsentation. Leider ist es kein stylisches Display allá BMW, aber der Standort des up! ist super – von Innen viel Platz und direkte Position in der ersten Reihe hinter’m Schaufenster, sodass jeder das Fahrzeug  auch von Außen sehen kann. Besser geht es kaum!

Dass ich das super finde, habe ich dem Verkäufer natürlich auch gesagt und er hat sich sehr darüber gefreut. Dass ich aber mich nicht lange bei ihm aufhalten möchte, sondern das Fahrzeug fahren will, fand er sehr verständlich. Also schnell den üblichen Papierkram erledigt und schon konnte es losgehen. Interessant fand ich dabei die Information, dass das Vorführfahrzeug nur dann kosten verursacht, wenn es gefahren wird. Heißt also, wenn er nur rumsteht, kostet er das Autohaus nichts, wenn er gefahren wird, kostet jeder Kilometer 0,34€. Auch mal gut zu wissen!

Aber nun raus, zum Fahrzeug.

Ein ‚normaler’ VW up! in silber. Doch als ich das sagte, wurde ich auf die kleinen, aber feinen optischen Unterschiede aufmerksam gemacht. So wurde dem e-up! ein LED-Tagfahrlicht in die Stoßstange verpasst, das die Lüftungsgitter umrahmt. Das gleiche Motiv findet man auch am hinteren Stoßfänger – hier wurden die Reflektoren so verarbeitet, dass sie den Stoßfänger ‚einklammern’. Ansonsten kann man nur sagen, dass der e-up! als optische Besonderheit eine blaue Umrandung der Konturen des VW-Logos an der Motorhaube hat – mehr nicht. Diese drei Unterschiede machen den e-up! erkennbar.

VW Logo   Ladesäule

Unter der ‚Tankklappe’ befindet sich der Anschluss für das Ladekabel. Der up! ist über Typ-2 und CCS aufladbar, deswegen gibt’s unter der Klappe auch 2 Anschlüsse, die mit Plastikkappen abgedeckt sind. Das erinnert mich schon ein wenig an den alten Tankdeckel, der an einer Schnur hängt und während des Tankens einfach runterbaumelt. Man zieht, je nach Ladung, einen oder beide Plastikkappen ab und steckt den Stecker in’s Fahrzeug. Mehr kann man auch nicht über das Äußere des Autos sagen, denn es ist und bleibt ein VW up!, den vermutlich jeder direkt vor Augen hat.

Diese geringen Veränderungen spiegeln sich auch im Innenraum wieder. Auch innen ist er ein typischer up! mit einer Klimaautomatik, die so nur im e-up! verfügbar ist, und einem portablen Navigations- und Informationssystem von Garmin. Über dieses Navigations- und Informationssystem kann man sich sämtliche Informationen zum Fahrzeug im Fahrbetrieb anzeigen lassen, wie in jedem herkömmlichen Elektroauto auch. Es liefert Informationen über die Restreichweite, den aktuellen Energieverbrauch, der sogar durch Tipps zur Fahrweise gemindert werden soll. Außerdem kann man sich sie nächsten Ladestationen anzeigen lassen und kann die normalen Sachen wie die Freisprechanlage oder die Media-Einstellungen bedienen.

Boardcomputer  Rekuperation  Energiefluss

Innenraum VW e-up!

Ansonsten ist der up! von innen schlicht gehalten, mit dem Dashboard, das man sich in Wagenfarbe lackieren lassen kann. Das einzige das noch auffällt, ist der Schalthebel der Automatik und ein kleiner Knopf mit der Aufschrift ECO und ECO+. Der Kofferraum im e-up! musste ein wenig verkleinert werden, um den Akku unterhalb des Fahrzeuges anzubringen, das merkt man aber im Alltagsbetrieb kaum.

Als ich endlich in’s Fahrzeug eingewiesen bin und mir die nötigen Informationen angehört habe, konnte ich endlich losfahren. Ja ja, ich weiß. Das klingt jetzt total blöd und unfreundlich von mir, aber ich meine hey, es ist ein Volkswagen – kenns’e einen, kenns’e alle! Da überrascht einen nichts mehr, man weiß, was man zu erwarten hat. Außerdem zählt bei einem Elektroauto ja auch die Performance und die wollte ich jetzt rausfinden!

Leider war es Freitag Nachmittag und starker Feierabendverkehr, als ich flüsterleise vom Hof schlich. Doch genau das ist, was dem up! liegt. Locker schwimmt er mit, ohne dabei aufgeregt zu sein. Als ich ihn übernommen habe, hatte er eine Gesamtlaufleistung von 153 km und zeigte mir auch 160 km Restreichweite an, mit denen VW auch maximal wirbt. Die Restreichweite bleibt im fließenden Verkehr auch relativ lange auf einem hohen Niveau, lässt am Berg aber dann deutlich nach, wie bei fast jedem Elektrofahrzeug. Am Ende schafft der e-up! vermutlich 120-140 km im Alltag und damit für vermutlich 90% der Bevölkerung mehr als genug.

Tacho

Die bereits erwähnten verschiedenen Fahrstufen Normal, Eco und Eco+ unterscheiden sich durch abgeregelte Motor- und Heizleistung, wie es beispielsweise auch schon beim ZOE gemacht worden ist. Allerdings war es bei 4°C Außentemperatur doch etwas zu kalt, um im Eco+ dauerhaft zu fahren und irgendwann nützt die Sitzheizung auch nichts mehr, wenn der Rest des Körpers kalt ist, oder? Beim Einschalten der Heizung/Klimaautomatik geht die Restreichweite um ca. 15 km  zurück, bei meinem smart sind es 5-10 km. Man muss aber sagen, dass der Eco+ Modus im Stadtverkehr vollkommen ausreicht und man gar nicht mehr benötigt.

Mit 82 PS Spitzenleistung ist der up! mehr als gut ausgestattet. Wenn man mal ein wenig zu stark auf’s Strompedal tritt, zeigt der kleine Kraftprotz, was er kann und lässt ordentlich seine Vorderreifen durchdrehen – beeindruckend, finden auch andere! Seine 210 Nm Drehmoment sind ordentlich und beschleunigen den kleinen sehr gut. Es ist kein Tesla, das ist klar. Der will er aber auch gar nicht sein, so dauert es halt seine Zeit, bis er auf 100 km/h ist. Aber wer fährt schon 100 km/h in der geschlossenen Ortschaft? Dafür ist er immerhin gebaut worden!

Das schöne während der Fahrt ist die einstellbare Rekuperation im up!. Man kann am Schalthebel 3 unterschiedliche Rekuperationsstufen auswählen, die den Wagen entweder lange segeln lassen, oder auch relativ schnell abbremsen und dadurch Energie zurückgewinnen und in den Akku einspeisen. Zusätzlich gibt es eine Besonderheit im up!: er hat nicht nur 3 Rekuperationsstufen, sondern auch eine Bremsstufe, die man ebenfalls über den Schalthebel einstellen kann. In dieser Stufe ist die maximale Rekuperation eingestellt, bei der dann sogar die Bremsleuchten aufleuchten. So kann man größtenteils auf die Bremse verzichten und das Fahrzeug auf diesem Weg durch den Alltag steuern.

Nach einer Stunde und 50 km Strecke habe ich den up! mit knapp 65% Akku wieder abgegeben. Ordentlich, wie ich finde! Ich habe den up! dabei im Stadtverkehrs und Überland gefahren und konnte wirklich nichts negatives feststellen. Und das lässt meine Spannung auf den e-Golf schon deutlich steigen. Ich bin gespannt, wie er sich präsentieren wird.

Nachdem ich den up! wieder an die Ladesäule gestellt und geladen habe, gebe ich den Schlüssel bei dem Verkäufer ab und berichte von meinen Erfahrungen mit dem Fahrzeug und verlasse das Autohaus, um mit meinem smart ED nach Hause zu fahren.

Logo + Rücklicht

Und wieder einmal denke ich:

Oh man, ist das ein gutes und vollkommen alltagstaugliches Fahrzeug! Volkswagen hat – wie so oft – lange gewartet und hat dann doch mit dem, was sie abgeliefert haben, überzeugt. Das was er macht, macht er gut. Aber das war ja auch nicht anders zu erwarten. Der e-up! ist ein toller kleiner Stadtflitzer, der sehr viel Spaß bereitet und gerne mit den durchdrehenden Reifen mit den großen an der Ampel spielt.

Mit einem Anfangspreis von 26.900,- € scheint der up! auf den ersten Blick ziemlich teuer. Allerdings muss man festhalten, dass der Akku dabei schon beinhaltet ist und keine monatlichen kosten mehr für die Batterie anfallen.

Alles in allem muss ich sagen, dass ich die Fahrt im kleinsten aus dem Hause VW sehr genossen habe und es mir sehr viel Spaß bereitet hat. Kaufen würde ich ihn mir allerdings nicht, was aber weniger mit der Performance des Fahrzeuges zu tun hat, als mehr mit der Optik – er spricht mich leider nicht an. Ich bin mir dennoch sicher, dass er seine Käufer finden wird und diese auch genauso begeistern wird, wie mich!

Was ich noch kurz loswerden will: ich bin der Meinung, jeder Besitzer eines Verbrenners sollte eine Woche lang ein Elektrofahrzeug zur Verfügung gestellt bekommen und damit seinen Alltag bewältigen. Dann würden über 90% merken, dass es vollkommen alltagstauglich ist! Trotzdem würde dann immer noch mit Reichweitenprobleme für Urlaubsfahrten argumentiert werden, obwohl es mehr als einen Autovermieter in Deutschland gibt. Seien wir doch mal ehrlich: ich habe ja auch nicht einen Transporter vor der Tür stehen, weil ich eventuell ein Mal im Jahr etwas größeres transportieren muss!

In diesem Sinne – auf ein gutes, neues Jahr, das die Elektromobilität vorantreiben wird!

DanZei Jahresrückblick 2013 und Ausblick auf 2014

Von , 1. Januar 2014

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Das Jahr 2013 ist tot, es lebe das Jahr 2014! Die erste Pflicht im neuen Jahr ist ein Jahresrückblick über das DanZei-Blog und ein Ausblick, was hier so in den folgenden 12 Monaten passieren soll. Wie beim letzten Jahresabschluss möchte ich auch dieses Jahr mit den nackten Zahlen beginnen. In den letzten 12 Monaten haben sich 156.000 Besucher auf DanZei eingefunden und somit den All-Time-Counter auf 348.000 erhöht. Das entspricht einer Steigerung von rund 50%, was leider deutlich weniger Zuwachs ist als noch im letzten Jahr, wo ich die jährliche Besucherzahl sogar verdoppeln konnte. Verwunderlich ist dies insofern, weil ich mit 48 neu veröffentlichten Artikeln soviel frischen Content wie noch nie zuvor hatte und die Gesamtzahl damit auf 137 Artikel erhöht habe. Möglich war dies neben der Vernachlässigung meiner App-Programmiererei durch die Mithilfe meiner zwei neuen Gastautoren Basti und Michael – vielen lieben Dank nochmal an dieser Stelle für eure tollen Beiträge!!!

Ein Grund für den rückläufigen Besucher-Zuwachs könnte natürlich auch sein, dass das Blog im letzten Jahr thematisch sehr von der Elektromobilität dominiert war. Das Thema Elektroauto hat meine Freizeit komplett beherrscht, was sich dann natürlich auch auf das Blog ausgewirkt hat! Auch wenn unsere zukünftige Mobilität vielleicht (noch) nicht jeden interessiert, werde ich diesen Schwerpunkt definitiv auch für 2014 beibehalten. Eine Motivation dazu sind auch die vielen Kommentare, die ich mit den Artikeln dazu erhalten habe. Spitzenreiter ist dabei der Artikel Das Elektroauto ist bereit – nur die RWE Infrastruktur leider nicht!. Ich verspreche aber, auch anderen Themen hier im Blog weiterhin Platz zu gewähren. Die hohe Schlagzahl neuer Artikel werde ich in 2014 aber vermutlich nicht beibehalten können. Die umfangreiche Artikel-Serie Experiment-Alltag hat unglaublich viel Kraft bzw. Ressourcen gekostet. Auch wenn ich dafür unfassbar viel Lob und Anerkennung erhalten habe, möchte ich meine begrenzte Freizeit wieder etwas mehr für App-Entwicklungen nutzen. Meine iPhone Apps WuppTour und ringSPEED benötigen dringend eine Aktualisierung für iOS7 und vor allem ringSPEED schreit nach einem weiteren Feature-Update mit neuen Funktionen. Ich hoffe, ich bekomme das bis zum nächsten 24h-Rennen fertig.

Alle Elektromobilisten unter meinen treuen Lesern brauchen sich aber keine Sorgen machen, es wird trotzdem genug zu diesem Themenbereich von mir zu lesen geben. Wenn mein Plan aufgeht, sogar nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Anschauen in Bild und Ton. Bereits letztes Jahr hatte ich eine Verstärkung meiner YouTube-Aktivität angekündigt und es tatsächlich geschafft, in 2013 elf Videos in meinem Kanal zu veröffentlichen. Nachdem ich im Dezember bereits auch viel Spaß vor der Kamera hatte, während der WDR uns mit unserem Elektroauto auf der Fahrt von Wuppertal nach Hamburg (Sendetermin bzw. Link zur Mediathek kommt noch) begleitete, traue ich mich vielleicht in 2014 auch für euch in meinen YouTube-Videos vor die Kamera. Ideen für eine entsprechende Serie sind schon vorhanden, genauso wie ich bereits alles notwendige Equipment zusammen habe. Nach den ersten erstellten Videos und der Beurteilung durch einige Dritte werde ich dann entscheiden, ob ihr das zu sehen bekommt, oder ob es doch eine Schnapsidee war und somit lieber in die “Ablage P” wandert! ;-)

So oder so bin ich mir sicher, dass das Jahr 2014 noch spannender werden wird als das Jahr 2013. Vielen Dank an alle Leser und Kommentatoren, bleibt mir treu und habt ein frohes neues Jahr! Wie beim letzten Mal gibts nun zum Abschluss ein Video vom Feuerwerk der Bewohner von Wuppertal-Barmen – gefilmt mit meiner neuen GoPro Hero 3+ von unserem Balkon aus. Die umliegenden Straßenzüge waren dieses Jahr etwas weniger fleißig, weswegen es primär in der Ferne viel zu sehen gab. Danke auch an Andreas fürs rechtzeitige Einschalten! :-)

Community schneller als Tesla – Einweihung der ersten Supercharger

Von , 22. Dezember 2013

Tesla_Supercharger_Wilnsdorf_Ladung

Es gibt nur wenig was schneller als Tesla ist, aber eins in jedem Fall: die deutsche Tesla Community! Der Asphalt ist nach den Tiefbauarbeiten noch nicht ganz erstarrt, da überholt den Konzern ein Rudel Model S Fahrer rechts aussen! Elon Musk hatte versprochen noch in diesem Jahr die ersten Supercharger in unserem Land in Betrieb zu nehmen. Er hat Wort gehalten und hat an vier Standorten direkt an der Autobahn gleich ganze Batterien von Ladestationen installiert. Auf den Autohöfen findet man also nun zwischen sieben und acht Ladestationen für Model S Besitzer. Diese können ihre Fahrzeuge für den Rest des Autolebens kostenlos mit rekordverdächtigen 135kW Leistung aufladen und somit die rund 500km Reichweite (85kWh Variante) innerhalb von 45 Minuten  wiederherstellen. Könnte mein Renault ZOE dort mit dieser Leistung laden, wäre er in 10 Minuten wieder voll – Wahnsinn!

Da Tesla bisher keinen Termin für eine offizielle Einweihung verlauten ließ, wurde kurzerhand im Tesla-Forum ein kleines Treffen am Supercharger des Maxi-Autohof in Wilnsdorf organisiert. Dies wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und sprang nach kurzer Absprache am Morgen des vergangenen Sonntags auf den Beifahrersitz von Roland, seines Zeichens zweitgrößter Ladepark-Betreiber in Deutschland. Von Wuppertal nach Wilnsdorf waren es knapp 130km und so hatten wir ausgiebig Zeit für Benzin-Gespräche Elektro-Gespräche. Dabei fällt mir ein: Erwähnte ich schon, dass ich auch gerne einen Tesla haben möchte? ;-)

Tesla_Supercharger_Wilnsdorf_Polizei  Tesla_Ladedaten_Supercharger  Maxi_Autohof_Wilnsdorf

Vor Ort angekommen, waren die Supercharger in der hintersten Ecke des Parkplatzes schnell gefunden. Eine gute Wahl für die Position, da es das Risiko vermindert, dass Verbrenner die Ladeplätze aufgrund all zu attraktivem Parkraum zuparken. Einer hatte es aber leider doch noch geschafft, was man mangels Parkverbotsschilder nicht mal wirklich übel nehmen kann. Zufällig anwesende Polizisten konnten mit ein paar netten Worten überzeugt werden, den Halter ausfindig zu machen um diesen zum Umparken zu motivieren. Somit standen sechs Supercharger zum gleichzeitigen Laden zur Verfügung. Die zwei weiteren waren leider noch nicht in Betrieb und mit einem entsprechenden Hinweis von Tesla versehen worden. Dennoch reichte die Anzahl der Ladeports, da “nur” Model S Fahrer den Weg nach Wilnsdorf auf sich genommen hatten.

Die Ladeports sehen recht attraktiv aus, was man leider für die dazu gehörenden Schaltschränke nicht unbedingt sagen kann. Diese beherbergen die eigentliche Lade-Hardware und stehen etwas weiter hinten und sind durch einen einfachen Holzzaun eingefasst. Dies schützt vor neugierigen Blicken bzw. Fingern, leider aber nicht vor dem Lärm. Jeder Schrank ist für zwei Ladeports zuständig und enthält einen riesigen Lüfter. Stehen die verbauten Lader unter Last, rauscht der Lüfter wie ein 10.000Watt Haarfön und ist noch in 30m Entfernung zu deutlich zu hören. Das ist der Preis für 135kW Lade-Leistung!

Tesla_Supercharger_hinten  Tesla_Supercharger_vorne  Tesla_Supercharger_Stecker_mit_Knopf

Diese Leistung steht freilich nicht jedem einzelnen Ladeport gleichzeitig zur Verfügung. Da diese aber ohnehin nur bei leerem Akku überhaupt genutzt werden kann, teilt das Management der Lade-Einheiten die Lade-Leistung intelligent untereinander auf. Will man sicher gehen, das Optimum laden zu können, sollte wenn möglich nur jeder zweite Lader besetzt werden. An diesem Sonntag hatten jedoch alle Autos deutlich unterschiedliche Ladezustände, so dass es zu keinen nennenswerten Einschränkungen kam. Herbei geeilte Passanten hatten gar Sorge, dass aufgrund der “längeren Tankdauer” die Fahrzeuge überlaufen würden.

Sagen Sie mal, ich schaue mir die Fahrzeuge jetzt bereits 15 Minuten an und frage mich, ob sie da Gas tanken. So langsam müssen die Autos doch überlaufen!!!

Um nicht völlig umlagert zu werden, zogen wir uns in die vorhandene Gaststätte zurück und nutzten die Ladeweile für weitere Gespräche und den Konsum von Speis und Trank. Regelmäßige Blicke auf die Smartphones zur Ladekontrolle natürlich inklusive!

Tesla_ModelS_App

Nach dem Mittag waren alle Fahrzeuge wieder voll und so machten wir uns wieder auf den Heimweg. Natürlich nicht ohne die Absprache zu einem Formationsflug auf der Autobahn für ein paar Kameraszenen, die ich mit meiner noch recht neuen GoPro Hero 3+ direkt mal aufgenommen habe. Glücklicherweise war die Polizei mittlerweile verschwunden, so gab es dafür auch keinen auf den Deckel! ;-)
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BMW i3 – Erste Testfahrt: Eine neue Autogeneration?

Von , 16. Dezember 2013

Zum Glück ist keine Probefahrt mit einem Cabrio geplant. Für die erste Fahrt im BMWi3 hatte ich mir wettertechnisch einen Tag ausgesucht, der besser für die Testfahrt eines Unterseebootes, als für die eines Autos geeignet gewesen wäre. Wie kam es dazu? Nachdem ich jetzt seit einem Jahr sehr zufrieden mit meinem Smart ED bin, steht die Überlegung an, unseren Viersitzer mit Verbrennungsmotor auch durch ein elektrisches Auto zu ersetzen. Wegen der Begeisterung für das elektrische Fahren, sollen auch bei längeren Strecken und mit vier Personen die Vorzüge des elektrischen Motors zum Zuge kommen. Da Elektroautos mit großer Reichweite für mich bisher nicht erschwinglich waren und ein Plugin-Hybrid mich nicht überzeugen konnte, verfolge ich schon länger interessiert die Entwicklung des BMW i3 mit Range-Extender. Jetzt ist es so weit und ich darf heute erstmals einen BMWi3 nicht nur in Realität begutachten, sondern auch eine Probefahrt ist für heute eingeplant.

In freudiger Erwartung betrete ich den schicken, modernen und lichtdurchfluteten Verkaufsraum des BMW Händlers, in dem relativ weit hinten in einer Ecke auf einem stylischen Display ein funkelnder silber-schwarzer i3 präsentiert wird. Diesen darf man aber nur angucken, nicht fahren. Vor der Tür steht ein weiteres Modell (“wow-die haben sogar zwei davon” denke ich). Dieses, jetzt noch an der Nabelschnur der Ladestation hängende futuristische Fahrzeug, werde ich gleich also fahren. Da unser bisheriges Großfahrzeug – ein Mercedes B200 – schon nicht klein ist, war ich gespannt, den i3 im echten Größenvergleich zu sehen. Der i3 ist deutlich kompakter als die B-Klasse aber größer als z.B. ein Golf oder Polo. Die ausgestellte Version verfügt über einen Reichweitenverlängerer (Range-Externder), gut zu erkennen an den zwei Tankklappen. Eine hinten für Strom – dazu später mehr – und eine am vorderen Kotflügel rechts für den 9L Benzintank des 2-Zylinder Range-Extender-Motors. Damit wird nach Ende der elektrischen Reichweite (ca. 170km) der Strom erzeugt, um den i3 noch weitere 220km fortzubewegen, bevor man dann wirklich tanken oder laden muss. Die Gesamtreichweite liegt dadurch bei 390km und der Verbrauch beträgt dann insgesamt rechnerisch 0,6l auf 100km. Im Unterschied zu den Plug-In Hybridfahrzeugen wird also der Verbrennermotor nur zu Stromerzeugung genutzt. Der Antrieb bleibt elektrisch, mit all seinen Vorzügen.

Der Innenraum – gediegen aber nicht übertrieben luxuriös

Beim Einsteigen fällt gleich auf, dass das Fahrzeug keine B-Säule hat und der Zugang zum Fond durch eine nach hinten öffnende Halbtür freigegeben wird. Dadurch kann man sehr bequem hinten einsteigen und hat bei vorn und hinten geöffneten Türen einen grandiosen Freiraum ohne störende B-Säule. Allerdings kann man hinten nur die Tür öffnen, wenn auch die vordere geöffnet ist. Daher ist der i3 eher ein 3 Türer, denn ein 5 Türer. Sozusagen ein 3,5 Türer. Im Innenraum sitzt es sich sehr bequem und äußerst geräumig – zumindest vorne. Hinten ist es für zwei Personen ausreichend, solange der Fahrer nicht über 1,80m groß ist und den Sitz nicht ganz nach hinten schiebt. Dann bekommt die Rückenlehne Kontakt mit den Knien des Hintermannes. Die Beinfreiheit für den Beifahrer ist wirklich als großzügig zu bezeichnen. Hinten sind tatsächlich nur zwei Sitze und entsprechend konsequent auch nur zwei Gurte. Innen wirkt das Fahrzeug insgesamt sehr hochwertig und solide verarbeitet, aber nicht luxuriös, fast etwas puristischer als das stoffbezogene Interieur meines Smart ED. Zumindest die hier gefahrene Version mit den hellen Stoffsitzen wirkt so. Chrom oder Edelstahlglanz findet man hier nicht. Aber auch nicht zu viel Plastik. Die helle Farbe im Innenraum ist nicht meine. Für mich wird es eher die dunkle Stoffversion werden. Bei dem Schmuddelwetter heute weiss ich auch gleich warum. Die cremefarbenen Fußmatten sehen nach dem Einsteigen schon aus wie mit braunem Kartoffeldruck dekoriert. Sieht im Katalog schick aus, ist aber m.E. wenig alltagstauglich.

Im Armaturenbrett dominiert mittig aufragend das extrem breite und hochauflösende, kontrastreiche Multifunktionsdisplay. Auch einen Tacho gibt es im herkömmlichen Sinne nicht, sondern ein steil aufgestelltes kleineres, aber ebenfalls sehr gut ablesbares Display hinter dem Lenkrad. Am höhen- und längenverstellbaren Lenkrad prangt rechts ein riesiger Knubbel. Der Fahrwahlschalter, mit dem sehr einfach Vorwärts, Rückwärts und Neutral gewählt werden können. Ein kurzer Druck auf den Knopf oben auf dem Knochen aktiviert den Parkmodus. Vorn der Startknopf. Schön, wie die gewählte Fahrstufe an dem Schalter gleich beleuchtet angezeigt wird, und der Rahmen wechselt je nach Zustand die Farbe von Rot nach grün. Das gefällt und findet sich an anderer Stelle im Fahrzeug ähnlich wieder. Der Scheibenwischer, den wir heute ausgiebig benutzen dürfen, hat einen eigenen Hebel spendiert bekommen und es freut, dass man nicht nur mit dem Regensensor eine Automatik hat, sondern auch verschiedene Empfindlichkeiten des Sensors dort leicht einstellen kann. Die Steuerung des Tempomats ist wunderbar einfach links im Multifunktionslenkrad integriert. In der Mittelkonsole mit Armlehne findet sich der bekannte Joystickartige zentrale Controller für das Mutlifunktionsdisplay, über den sich leicht alle Funktionen einstellen und ändern lassen. Dadurch findet man am Armaturenbrett nicht allzu viele verwirrende Knöpfe. In der Mittelkonsole ist ausserdem der von BMW sehr kreativ als “Fahrerlebnisschalter” bezeichnete Knopf zu finden, mit dem die Fahrstufen “Ecoplus” oder “Comfort” umgestellt werden können. Im Ecomodus beschleunigt der i3 etwas stromsparender und fährt auch maximal 90km/h schnell, was  der Reichweite zugute kommt und für Fahrer mit eventuell nicht ausreichender Selbstdisziplin den Geschwindigkeitsrausch zugunsten der Ökonomie dämpft.

Los geht´s

Vom Smart ED war mir das spürbar hohe Drehmoment der Elektromotoren beim Beschleunigen schon bekannt. Der i3 setzt aber nochmal Einen drauf und beschleunigt – eines Sportwagens absolut würdig – absolut lautlos und nicht nur aus dem Stand sehr kraftvoll. Die mehr als 170PS des Leichtgewichtes spürt man wirklich. Durch die Carbonausführung ist das Auto 300kg leichter, als ein vergleichbares konventionelles Fahrzeug. Nimmt man den Range-Extender als Option, wird das Auto schon gleich fast 100kg wieder schwerer. Auch das sollte man bedenken. Die rein elektrische Reichweite beim Modell mit Range-Extender ist daher auch nicht mehr mit 190km sondern nur noch 170km angegeben. Was positiv auffällt ist, dass die Rekuperation offenbar sehr hoch eingestellt ist, und der Wagen praktisch nicht ausrollt, sondern sofort nach Lösen des  Gaspedals spürbar verlangsamt, also nicht “segelt”. Dabei ist die Abstimmung aus meiner Sicht schon gut gewählt, so dass man im normalen Fahrbetrieb die mechanische Bremse kaum benötigt und im Stadtverkehr wirklich die Bremse nur für forcierte Bremsmanöver und ungeplante Stops benötigt. Klingt merkwürdig, ist aber so und hat mir gut gefallen. Der i3 ist im Inneren gut gedämmt, so das Wind- oder Rollgeräusche von Aussen kaum stören, trotz der lauten und nassen Strassen heute. Auch Bodenunebenheiten werden wesentlich besser und komfortabel abgefedert als im Smart ED. Das Fahrgefühl ist am ehesten als entspannt mühelos und zugleich kraftvoll zu beschreiben. Der enge Wendekreis ist spektakulär. Obwohl das Auto größer ist als mein Smart, ist der Wendekreis offenbar kleiner (hab es allerdings nicht nachgemessen). Auf der Autobahn kann mühelos überholt und beschleunigt werden. Dass dabei nicht nur das Auto sondern auch die Batterieentladungsanzeige beschleunigt werden liegt in der Natur der Sache. Aber der i3 kann, wenn er muss…

Ein bisschen eigenwillig ist, dass beim Öffnen der Türen immer die Seitenscheibe ein wenig nach unten und beim Schließen wieder nach oben fährt, fast wie bei einem Cabrio. Die Abdichtung erfordert dies offenbar. Der Kofferraum ist eher klein und die Ladekante recht hoch. Zumindest wenn ich mit der B-Klasse vergleiche. Hier ist eine der wenigen Stellen, an denen man das Carbon des Chassis auch einmal sieht. Unter der Bodenabdeckung thront direkt die Batterie. Also kein Unterbodenfach, wie bei manchem Verbrenner, wo man unter der Bodenplatte noch Stauraum findet. Apropos Stauraum: Das Handschuhfach vorn ist vorsichtig gesagt eigenartig. Der Deckel öffnet nach oben  und man muss recht tief  nach unten durch einen recht engen Schacht  hineingreifen, so dass es etwas an die Geldschublade eines Bankschalters erinnert. Viel hinein passt da nicht.Dafür wird niemals etwas herausfallen was da erstmal drin liegt. Für einen Tablett-PC mit 10″ Bildschirm dürfte es schon eng werden. Für das Smartphone gibt es zum Glück in der Mittelarmlehne einen  Platz, der mit Ladeschalen für verschiedene Handy-Modelle ausgerüstet werden kann. So was mag ich eher nicht, da meist die Telefonmodelle schneller wechseln als das Auto. Aber es gibt eine Aux- und eine USB-Buchse in der Mittelkonsole, so dass man auch ohne passende Adapterschale universell sein Handy anschliessen und laden kann.

Wie kommt der Strom rein?

Eine Erwähnung wert ist auch die Ladebuchse unter der hinteren Tankklappe. Diese hat einen C-förmigen LED-iluminierten Ring, der die Farbe je nach Ladezustand wechselt. Damit man weiss, welche Farbe was bedeutet, ist auf der Innenseite eine Farblegende. Man erkennt die Typ-2 Ladebuchse für Wechselstrom, die allerdings mit einem Gummistopfen verschlossen ist, der an einem Gummiband hängt. Mal sehen wie lange das hält, bis er abreisst. Das ist nicht so schön gelöst, wie beim Smart, der hier eine zweite Klappe besitzt. Unter der Typ-2 Buchse ist eine weitere zweipolige, offenbar für die Gleichstromladung. Ebenfalls mit Stopfen. Schön finde ich, dass für das Ladekabel vorn unter der von innen mit einem Schalter zu öffnenden Haube ein Platz vorgesehen ist und es nicht im Kofferraum herumliegt. Gleich- und Wechselstromschnelllader gibt es gegen Aufpreis nur zusammen, wobei der Aufpreis gegenüber dem Smart-Schnellader nur halb so teuer und damit geradezu als günstig zu bezeichnen ist. Im Gegensatz zu Smart scheint BMW ein Interesse daran zu haben, den Schnelllader auch wirklich an den (Privat-)Kunden zu bringen.

Einige Details verdienen es positiv erwähnt zu werden. So dass das Navi nicht nur auf Wunsch die elektrische Reichweite berücksichtigt, sondern auch zu Ladestationen navigiert. Erwähnenswert weil ein echtes Schmuckstück ist zweifelsohne der Schlüssel, der nur noch zum Türöffnen benötigt wird. Das Fahrzeug startet mit einem Starknopf am Lenkradknochen. Die Rückfahrkamera zeigt in Verbindung mit Ultraschallsensoren Hindernisse im Umfeld im Mitteldisplay an und blendet Hindernisse virtuell in das Kamerabild ein. Ebenso wird akustisch in bekannter Art auf nahendes Kollisonsunheil hingewiesen und die dem Lenkradeinschlag entsprechende Rückfahrroute eingeblendet (grüne Linien). Damit ist Rückwärtsfahren sicherer, so dass man den optional erhältlichen automatischen Einparkassistenten kaum brauchen sollte. Schließlich ist das helle LED-Licht eine gute Alternative zum Xenon-Licht und deutlich heller als das schon etwas schwache normale Scheinwerferlicht. Und die LED-Scheinwerfer sehen auch sehr schick aus.

Fazit

Der i3 gefällt sehr und erfüllt mit nur wenigen Abstrichen alle Anforderungen um auch unser zweites Fahrzeug mit Verbrennungsmotor durch ein elektrisches zu ersetzen. Nur der Preis ist schon eine heftige Hürde, denn mit einigen Extras erreicht man trotz des Grundpreises von unter 40.000 Euro schnell die magische 50.000 Euro Grenze. Allerdings wird die Hochvoltbatterie – anders als beim Smart- hier ehrlich mit gekauft und mit einer 8-jährigen Garantie vom Hersteller versehen. Der Vergleich ist in jeder Beziehung unzulässig und hinkt, aber streng genommen müsste man vom Kaufpreis des i3 den Wert der Batterie abziehen, um ihn mit dem des Smart zu vergleichen. Dann ist der Preisunterschied schon gar nicht mehr so groß. Beide Fahrzeuge konkurrieren aber nicht wirklich miteinander, da sie zu unterschiedliche Zielgruppen haben.

Ich für meinen Teil erwäge ernsthaft mir den i3 mit Range-Extender zu kaufen, wenn die mit 7 (!) Monaten prognostizierte Lieferzeit und der Kaufpreis nicht zu sehr schrecken und jemand mir meinen B200 Verbrenner für einen guten Preis noch abkauft. Nur das könnte vielleicht schwierig werden: Denn wer will schon noch ein  Auto mit Verbrennungsmotor, wenn es inzwischen Autos wie den BMW i3 mit Elektroantrieb gibt?

Fazit nach 6 Monaten Elektroauto Renault ZOE

Von , 29. November 2013

Renault_ZOE_Herbst

Seit ziemlich genau sechs Monaten befindet sich der Renault ZOE nun in meinem Besitz und ist damit längst zu 100% in meinem Alltag integriert. Ich verschwende keinen Gedanken mehr an die Vor- oder Nachteile des Elektroautos – es ist als wäre es nie anders gewesen! Ein Diesel-Auto stinkt, Benzin ist teuer und mein Elektroauto muss ich alle 2-3 Tage laden. Diese Normalität ist eine angenehme Erfahrung, bestand doch immerhin das Risiko, dass meine Psyche die kleinen Anpassungen meiner Gewohnheiten nicht zulassen bzw. langfristig nicht akzeptieren hätte können. Wie erwartet hat meine Kompromissbereitschaft aber vollkommen ausgereicht, selbst jetzt bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, wo die Nachteile der Elektromobilität am meisten zu spüren sind.

Ich werde nie wieder einen Verbrenner kaufen!

In den sechs Monaten bin ich mit dem ZOE rund 14.000km gefahren. Das entspricht grob geschätzt etwa 160 durchgeführten Batterie-Ladungen. Der Großteil dieser Ladevorgänge war nicht nur absolut problemlos, sondern dank diverser Energieversorger auch noch kostenfrei für mich. Für viele Betreiber der öffentlichen Infrastruktur rentiert es sich derzeit einfach noch nicht, die geringen Mengen Strom abzurechnen. Dank einer präzise geführten Strichliste weiß ich, dass ich nur 14 Ladungen in der heimischen Garage getätigt habe. Weitere vier Ladungen entfallen auf privates Laden unterwegs, wo ich mich mit einer Geldspende erkenntlich gezeigt habe. Das bedeutet, dass ich für diese enorme Kilometerleistung lediglich 93€ für Strom aufgewendet habe. Mit meinem alten Verbrenner wären es rund 1600€ für Benzin gewesen. Somit ist absehbar, dass ich bereits nach neun Monaten den Mehrpreis des ZOE im Vergleich zu einem gleich ausgestatteten Renault Clio wieder reingefahren bekomme. Selbst wenn ich für jede einzelne Kilowattstunde hätte bezahlen müssen, wären das gerade einmal 675€ und somit alleine für dieses halbe Jahr immer noch ein Ersparnis von rund 1000€ gewesen.

In 6 Monaten 14.000km und nur 93€ für Strom!

Zu Beginn war es spannend, mit welchen Fragen ich von Personen aus meinem Umfeld konfrontiert wurde. Schnell wurde klar, es sind immer dieselben Zweifel, Unklarheiten, Halbwahrheiten, Vorurteile und somit die immer wiederkehrenden selben Fragen. Nach wie vor beantworte ich diese Fragen gerne und freue mich, Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen. Doch immer öfter irritieren mich auch gewisse Äusserungen und rufen in mir Fassungslosigkeit hervor, wenn mir bewusst wird, welche Dinge für mich bereits dermaßen selbstverständlich geworden sind und damit aus ihrer “Zukunft” in meine “Gegenwart” transformiert sind, während sie für andere immer noch nach Science-Fiction zu klingen scheinen. Das Gefühl äussert sich in etwa so, als würde man einen Porsche-Fahrer fragen, warum sein Auto soviel Krach macht. Oder als würde man einem Lokführer eines ICE’s sagen, dass ja Dampflokomotiven viel besser seien. Häh?!

Tatsächlich ist es so, dass ich allzu erschöpfenden Diskussionen mittlerweile aus dem Weg gehe. Kaum jemand hätte heute noch Lust zu diskutieren, ob nun Schallplatten, CD’s oder MP3′s sinnvoller sind, um Musik zu erwerben und zu konsumieren. Der Übergang des Mediums ist praktisch geschafft und nur noch wenige beharren auf den Gang in einen lokalen “Plattenladen” und dem anschließenden Aufbaren von hunderten verstaubenden Plastikscheiben in berstenden Regalen. Die Vorteile des Elektroautos sind eindeutig und die Notwendigkeit des Umstiegs auf eine modernere Mobilität ist offensichtlich. Bei Personen die gestern noch über Sinn oder Machbarkeit diskutierten, ist heute der Groschen bereits gefallen, spätestens nach der ersten Probefahrt mit einem modernen Elektroauto. Mit der Empfehlung zur Probefahrt entgehe ich dann auch gerne einer aufkommenden Diskussion: Erst testen, dann urteilen! In den letzten sechs Monaten hat noch kein einziger Proband anschließend zu mir gesagt, dass er das elektrische Fahren nicht mag oder sich nicht vorstellen kann, dass das die Zukunft ist. Wenn selbst Petrolheads wie der britische Motorsport-Journalist Chris Harris absolut sprachlos aus einem “Elektroauto” (850PS und 4000NM) steigen, erübrigt sich eigentlich fast jede Diskussion.

Vielleicht gibt es mangels breiter Auswahl noch nicht für jedes Bedürfnis das geeignete Elektroauto, aber wenn die meisten Konsumenten so begeistert von der Technologie sind und Firmen wie Tesla Motors, Renault und BMWi erfolgreich die ersten Käufergruppen für sich gewinnen, ist es für mich keine Frage mehr, “ob” sich die Elektromobilität durchsetzen wird, sondern nur noch “wann”! Den größten Verdienst daran hat für mich Tesla und wirkt als eine Art Brandbeschleuniger, da man deren Fahrzeuge einfach haben will, so sehr wissen sie zu begeistern und zeigen, was technisch bereits heute möglich ist – wenn Automobilbauer nur wirklich wollen. Letztlich wollen sie aber genau das, was der Kunde am meisten fordert bzw. kauft: Die Macht liegt also bei uns allen! Der letzte Groschen in der Käuferschicht als auch der Automobilindustrie wird spätestens in drei Jahren fallen. Dann wird Tesla mit der neuen Elektroauto-Generation auf den Markt kommen und zwar zum halben Preis des aktuellen Modells. Dies wird enormen Druck auf den Wettbewerb ausüben da der Preis von $35.000 für ein ähnlich geniales Konzept wie das Model S einfach zu attraktiv sein wird. Genau dann wird meiner Meinung nach auch der sogenannte Tipping-Point eintreten, von dem Lars Thomsen kürzlich absolut überzeugend erzählt hat.

2017 will jeder ein Elektroauto kaufen!

Ich bin nicht blind und bin mir absolut bewusst, dass noch längst nicht alle Probleme gelöst sind. Besonders die Betreiber der Lade-Infrastruktur haben eine gefühlt unendlich lange Liste an Hausaufgaben zu erledigen. Auch die Bundesregierung muss den Weg zum weiteren Ausbau ebnen und konkrete Maßnahmen erwirken, wie zum Beispiel ein offizielles Parkverbot für nicht ladende Autos auf Elektroauto-Parkplätzen. Da ich aber von Natur aus eher Optimist denn Pessismist bin, sehe ich diese Probleme pauschal als absehbar lösbar an. Wer dagegen wetten möchte, möge sich in den Kommentaren äussern, die Abrechnung machen wir dann Ende 2017. :-)

Renault_ZOE_BEW-Ladestation_iMiev_Nacht

Nach dem generellen Fazit zur Entscheidung zum Elektroautos, möchte ich aber nach diesen sechs Monaten auch konkret den ZOE beleuchten. Dieser hat mir wirklich gute Dienste geleistet und meine Erwartungen mehr als erfüllt. Dachte ich zuvor, dass ich aufgrund gewisser Einschränkungen eher weniger fahren werde als mit meinem vorherigen Verbrenner, bin ich tatsächlich deutlich mehr gefahren. Der ZOE fährt sich fantastisch, absolut entspannt und vor allem bequem. Will/muss man an der Ampel mal der Erste sein, wird er zum hervorragenden Sprinter und überrascht durch hohe Agilität. Das Fahrwerk weiß dank dem niedrigen Schwerpunkt die höhere Masse gut zu beherrschen. Die üppige Ausstattung des Modell Intens befriedigt meinen Hang zu technischen Gadgets vollends, wobei es mir besonders die Rückfahrkamera, das “Keyless Go” und vor allem die vor “Gefahrenstellen” warnenden Coyote Services angetan haben.

Die nervigen Schattenseiten des ZOEs: Spiegelung des Armaturenbretts in der Frontscheibe, fehlende Möglichkeit während des Ladens dauerhaft zu heizen, verlängerte Ladezeiten bei Temperaturen unterhalb von 5 Grad.

Jedes Fahrzeug hat natürlich auch so seine negativen Eigenschaften. Weniger schön am ZOE ist das manchmal träge und absturzfreudige R-Link (eingebautes Multimedia-Internet-Tablet), welches seit dem letzten Update aber bereits deutlich verbessert wurde. Vielleicht schafft es Renault hier ja demnächst mit einem weiteren Update die letzten Probleme auszumerzen. Die teilweise mittelmäßige Verarbeitung stört mich indes beim ZOE überhaupt nicht. Wenn man keine Premium-Preise zahlt, darf man auch keinen Premium-Anspruch ansetzen! Solange die wichtige Technik zur Fortbewegung optimal ist, sehe ich gerne über ungleichmäßige Spaltmaße oder harte Plastikverkleidungen im Interieur hinweg. Wirklich “ätzend” ist allerdings die Spiegelung des Armaturenbrettes in der Windschutzscheibe. Wie die helle Farbe des Kunststoffes trotz dieser Blendung sämtliche Sicherheitsprüfungen bestehen konnte, ist mir ein absolutes Rätsel. Ich habe mich durchaus damit arrangiert, bei Tageslicht wie durch einen ständigen leichten Schleier zu schauen. Aber in manchen Situationen wie z.B. einer Fahrt von sonniger Umgebung in einen dunklen Tunnel, fährt man quasi blind und sieht absolut nichts! Hier muss Renault dringend nachbessern, wozu auch bereits eine Petition der ZOE-Community läuft. Bei einem ca. 50-seitigen Forum-Thread kann man da auch wirklich nicht von einem Einzelfallproblem reden!

Eine weitere negative Eigenheit zeigte sich nun bei den aktuell niedrigen Temperaturen um den Gefrierpunkt. Ist der Akku des ZOE kalt, mag er nicht mehr mit 22kW laden. Wo bei gemäßigten Temperaturen mit dieser Leistung Ladezeiten um 60 Minuten normal waren, reduziert das BMS (Batteriemanagementsystem) die Leistung um fast die Hälfte. Dadurch ergeben sich Ladezeiten an 22kW Ladestationen von bis zu zwei Stunden bis 99% SOC. Das letzte Prozent, bei welchem nur noch das Balancing passiert, dauert anschließend sogar bis zu 30 Minuten oder gar mehr. Mir sind die physikalischen Hintergründe dazu sehr wohl klar – eine Batterie ist bei Kälte schlicht nicht so aufnahmefähig, weshalb andere Hersteller ihren Elektroautos eine Batterieheizung verpassen. Da dies in der Preisklasse des ZOE vielleicht nicht zu realisieren ist, hätte Renault meiner Meinung nach zumindest die eingeschränkte Schnellladung im Winter offen kommunizieren müssen. Glücklicherweise gibt es aber einen Workaround: Sollte die Ladedauer zeitkritisch sein, sollte man direkt nach einer Fahrt und nicht vor einer Fahrt laden. Alternativ kann man den Wagen auch einige wenige Kilometer mit Vollgas scheuchen und so den Akku durch hohe Entladeströme auf warme Temperaturen bringen.

Renault_ZOE_lange_Ladezeit_Winter_1  Renault_ZOE_lange_Ladezeit_Winter_3  Renault_ZOE_Winter-Ladezeit_nach_Fahrt

Darüber hinaus ist mir noch aufgefallen, dass man während des Ladens die Heizung nicht einschalten kann. Obwohl der Wagen anzeigt, dass die Heizung läuft, kommt nur kalte Aussenluft durch die Lüftungsschlitze. Die einzige Möglichkeit im Winter wartend im Auto sitzend nicht zu frieren, ist die Betätigung der Taste auf der Fernbedienung für die Vorklimatisierung (Standheizung). Auf fünf Minuten limitiert wird dann die Heizung aktiviert, leider nur im Umluftbetrieb, was die Scheiben natürlich schnell beschlagen lässt, wenn man nicht den Atem anhalten will. Die offizielle Aussage von Renault dazu ist: Man geht nicht davon aus, dass Kunden beim Aufladen im Auto sitzen und warten! Ok, der ZOE ist als Kurzstreckenfahrzeug entwickelt worden, daher verstehe ich diese Einstellung. Allerdings könnte man doch froh sein, wenn Kunden feststellen, dass sie mit dem ZOE auch längere Fahrten unternehmen können. Schließlich sollte sich das Problem mit einem kleinen Software Update beheben lassen können!

Nichts ist perfekt, auch der ZOE nicht, aber er ist verdammt Nah dran!

Abschließend möchte ich betonen, dass trotz dieser negativen Eigenheiten der ZOE ein grandioses Auto ist. Es ist für mich defintiv das beste Fahrzeug seiner Klasse und ich bereue keine Sekunde die Entscheidung. Letztendlich sind das für mich nur Nebenkriegsschauplätze, da das wichtigste des Autos nahezu perfekt funktioniert. Der effiziente Antrieb ist absolut zuverlässig und begeistert mich jeden Tag. Ich bin nie so entspannt Auto gefahren und hätte auch nie gedacht, dass ich sämtliche Mobilitätsbedürfnisse mit diesem Elektroauto decken kann. Das absolute Highlight ist dabei natürlich der Chameleon-Lader, der dafür verantwortlich ist, dass man das Auto von 2kW bis 43kW und somit von “ganz langsam” bis “extrem schnell” wieder aufladen kann. Diese Schnellladefähigkeit ist für mich definitiv der Schlüssel zur Elektromobilität, was alle anderen (BMW, Nissan, VW, Ford, usw.) noch nicht erkannt haben (Ausnahme Smart und Tesla). Ja, die neueren Fahrzeuge der Wettbewerber können zwar per CCS schnellladen, leider gibt es dafür aber erst vier (!) Ladestation in ganz Deutschland. Der ZOE lässt sich dagegen an rund 2500 Ladestationen mit 22kW aufladen und macht ihn damit zum ersten ernsthaften vollumfänglichen Konkurrenten der herkömmlichen Fahrzeugtechnologie.

Ich bin vom ZOE absolut überzeugt und spreche meine ganz klar Empfehlung an jeden aus, der primär ein Pendler/Kurzstrecken-Fahrzeug braucht und in dieser Preisklasse ein Auto sucht. Mit kleinen Einschränkungen lassen sich auch gelegentlich weitere Strecken absolvieren, ansonsten hilft Europcar gerne aus. Wichtig aber ist: Unbedingt mal Probe fahren und erst dann entscheiden – alles andere ist kalter Kaffee!

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