Der eigene Heimserver – Folge 2

Von , 16. Juni 2012

Nach einer kleinen Einführung in die Welt der Heimserver werden in diesem Teil ein paar Beispiel aufgezeigt, die bei der Suche nach dem perfekten, eigenen Server unterstützen sollen. Der Autor berichtet von seinen eigenen Erfahrungen. Dabei wird pro Leistungsklasse ein Beispielprodukt angeführt. Dabei ist das Ziel weder die Werbung für ein Produkt, noch besteht der Anspruch auf Vollständigkeit. Es soll ein Einblick in die unübersichtliche Welt der vernetzten Speicherlösungen gegeben werden. Externe Festplatten ohne Netzwerkanschluss werden nicht berücksichtigt, da sie nur einen Bruchteil der in Teil eins genannten Anforderungen erfüllen.

NSA-220 Plus von Zyxel
Inzwischen Auslaufmodell und durch den NSA-320 ersetzt, ist dieses NAS sehr gut für einen leisen und stromsparenden Betrieb geeignet. Setzt man hier zwei 2,5″ Laufwerke ein begnügt sich der Aufbau mit circa 16 Watt pro Stunde. Dabei erfüllt er doch alle wichtigen Anforderungen. Die Daten können gespiegelt gespeichert, per 1Gb Netzwerkanschluss verteilt und mit Hilfe des Mediaservers an andere Geräte ausgeliefert werden. Bei der oben genannten Leistungsaufnahme wird klar, dass dieses NAS mit nur geringer Performance arbeitet. Für HD-Material reicht sie z. B. nicht aus. Das Einsatzgebiet beschränkt sich auf kleine Dateien, Musik und besten Falls SD-Material. Selbst die üppig ausgelegte LAN-Schnittstelle schafft in Zusammenarbeit der CPU nur 10 Mb/s. Die Erweiterbarkeit des Systems ist sehr schlecht möglich.

MybookWorld Edition II von Western Digital
Zwei auffällige Merkmale dieses NAS sind das Design und der lüfterlose Aufbau. Wo der erste Punkt keine Nachteile bringt, sollte man im Sommer die Temperaturen der beiden verbauten Laufwerke jedoch gut im Auge behalten. Mit etwas mehr Leistung ausgestattet als das obige Beispiel kommt dieser Netzwerkspeicher auf um die 40 Mb/s und bedient ebenso alle Anforderungen des Heimanwenders. Das System kann dank SSH-Zugang erweitert werden und durch die vielen Unterstützer im Netz ist auch Cross-Compiling möglich. So kann z. B. ein FTP-Client nachgerüstet werden. LINK Ein Nachteil ist die Beschränkung der einsetzbaren Laufwerke auf die des Herstellers. Das Gerät begnügt sich mit circa 35 Watt pro Stunde.

TS-419P II von Qnap
Dieses NAS bedient die obere (und leider auch sehr teure) Leistungsklasse. Bis auf den Preis gibt es bei diesem Gerät kaum Schwächen. Die Software ist sehr gut durchdacht und kann üppig durch Plugins erweitert werden. Selbst die Erweiterung des Arbeitsspeichers ist möglich. Weiter sind zwei Gigabit-LAN-Schnittstellen vorhanden, die bei Bedarf gebündelt werden können. Hier macht das auch Sinn, da das Gerät die Bandbreite nutzen kann. Das NAS kann vier Festplatten aufnehmen per RAID beliebig zusammen schalten. Alles in allem bietet es Profi-Funktionen und richtet sich eher an Arbeitsgruppen in Unternehmen oder sehr versierten Heimanwendern.

Aspire easyStore H340 von Acer
Ein großer schwarzer Würfel mit Hochglanz-Front der ebenfalls wie das Qnap vier Festplatten aufnehmen kann. Jedoch mit Fokus auf einen vollkommen anderen Anwenderkreis und Betriebssystem. Der Heimanwender wird mit Windows Home Server konfrontiert und leider ein damit völlig am Einsatzzweck vorbei entwickelten Betriebssystem. Diese Software hat noch nie etwas von RAID gehört oder einem FTP-Server. Stattdessen werden hier Ordner! von einer Festplatte auf die andere kopiert und das geschieht natürlich völlig undurchschaubar für den Nutzer vor dem NAS. Die Hardware ist gut, die Software schlicht unbrauchbar. Schade, aber es gibt im Netz Anleitungen um dem Acer Linux beizubringen. Die gebotene Hardware-Leistung geht für den Preis in Ordnung und reiht sich irgendwo zwischen dem NAS von WD und dem von Qnap ein.

Nach diesem kurzen Überblick findet sich der interessierte Leser im NAS-Dickicht besser zurecht und kann das Risiko eines Fehlkaufes minimieren. Jedoch wurde eine Kategorie an Lesern außen vor gelassen: der Do-it-yourself-Leser. Dieser möchte nicht einfach etwas Vorgefertigtes von der Stange, sondern ein genau auf seine Bedürfnisse angepasstes NAS. Auch hier soll es Material geben. In Form eines weiteren Kapitels zum Thema…

Der eigene Heimserver – Folge 1

Von , 1. Juni 2012

Mit wachsender Anzahl von Computern und PC-ähnlichen Systemen in den eigenen vier Wänden, stellen sich mit der Zeit und fortschreitender Erkenntnis Luxusprobleme im, mit Technik überladenen, Heim ein.
Viele werden der ein oder anderen Herausforderung vielleicht schon einmal gegenüber gestanden sein. Hier einige ausgewählte Punkte:

  • Es ist mehr als ein Notebook vorhanden und alle Teilnehmer im Heimnetzwerk wollen Daten untereinander austauschen
  • Inzwischen dürfte fast jeder ein Smartphone besitzen, das sich ins heimische Netz einloggt und bei den “Großen” mitspielen möchte
  • Der Fernseher (natürlich mit LAN-Anschluss) hängt an einem Media-Player, der sich ebenfalls im Netzwerk anmeldet
  • Der “einfache” Wunsch in jedem Zimmer die eigene Musik hören zu können
  • Zugriff auf die eigenen Daten von überall auf der Welt
  •  Eine zentrale Datenhaltung (als Alternative zu vielen externen Festplatten die zwischen den einzelnen Geräten rotieren; oder schlimmer: CDs/DVDs, etc.)
  • Das Bedürfnis nach erhöhter Sicherheit bei der Datenhaltung (Verlust, versehentliches Löschen)
  • Die Alternative “Cloud” überzeugt nicht, da die eigenen Daten ungern in fremde Hände gegeben werden (mit Option auf langsame WAN-Verbindungen und allzu neugierige Anbieter)

Die Option “Cloud” ausgeklammert bleiben viele weitere Umsetzungsmöglichkeiten. Wer einen Router mit Komfortfunktionen besitzt kann einige der genannten Punkte schon mit wenig Aufwand erledigen. Hier reicht schon ein einfaches Modell einer externen Festplatte mit USB-Anschluss aus, welches mit dem Router verbunden wird. Etwas leistungsfähige “Festplatten” bieten einen Netzwerkanschluss und spiegeln die Daten auf zwei oder mehr Laufwerken. Hier bewegen wir uns in die (richtige) Richtung von Network Attached Storages (NAS). Diese bieten ein mehr an Funktionen und sind in unterschiedlichsten Ausführungen erhältlich. Viele haben entsprechende Funktionen an Board um Inhalte in das angeschlossene Netzwerk zu stellen, bieten Streaming per integrierte Mediaserver und vieles mehr. Damit haben wir eigentlich schon alles was das Customer-Herz begehrt…
Naja, ganz so einfach ist es leider nicht. Zum einen ist jedes Gerät eine Insel-Lösung des jeweiligen Herstellers und zum anderen werden nicht alle Features immer den eigenen Anforderungen gerecht werden. Das Resultat ist eine sehr schlecht (bis gar nicht) erweiterbare Software und starke Abhängigkeit vom jeweiligen Hersteller des Gerätes.
Neben der Möglichkeit des Einkaufes kann man ebenso selbst Hand anlegen und sich seinen privaten Server nach eigenen Vorgaben und Wünschen aufbauen. Das kann bei geschickter Auswahl der Hard- und Software circa 50% der Kosten einsparen, erfordert aber im Gegenzug mehr oder weniger Eigenarbeit und Wissen auf diesem Gebiet.
Man muss sich entscheiden welchen Weg man einschlägt. Entweder den Einkauf eines runden aber wahrscheinlich nicht zu 100% passenden Servers oder einen Eigenbau.

Der nächste Teil wird überblicksartige Beispiele aufzeigen wie das Thema “Homeserver” umgesetzt werden kann. Dabei werden beide Szenarien (Fertigprodukt oder Do-it-yourself) berücksichtigt und die jeweils wichtigsten Vor- und Nachteile benannt.

FTP-Client ncftp für WD My Book World Edition

Von , 29. März 2011

Folgend ein kleiner Hardware Beitrag von mir. Dieses Mal habe ich für alle Besitzer eines Western Digital My Book World Edition (white light) NAS-Laufwerkes (hui, was’ ne Bezeichnung). Einfach das Archiv auf das NAS transferieren, entpacken und das Binary der Wahl unter dem Ordner “bin” ausführen. Dann einfach die Vorzüge eines FTP-Clients auf dem NAS genießen :-)

Jemand könnte sich die  Frage stellen warum ich das gemacht habe. Das ganze hat einfach ein paar Vorteile. Zum einen kann man mit dem Kommandozeilen-Tool einfach Batches abarbeiten lassen und zum anderen kann man sich von dem My Book aus direkt auf ein anderes NAS aufschalten und Dateien per FTP übertragen. So muss der Rechenknecht daheim nicht als Zwischenstation herhalten. Die FTP-Jobs können im Hintergrund abgearbeitet werden ohne ihnen weitere Aufmerksamkeit schenken zu müssen. Auch individuelle Backup-Aufträge sind so realisierbar. Das Archiv findet ihr hier: ncftp-arm.tar

Xbox 360 – HDMI und 5.1 Ton

Von , 12. März 2009

Ich dachte eigentlich, dass es für eine Next-Gen-Konsole keine einfachere Übung gäbe, als über HDMI ein vernünftiges Bild UND einen vernünftigen Ton an den Fernseher zu schicken. Ja Kenny, falsch gedacht: Bild ja, aber was zur Hölle ist mit dem Ton los? Nur Stereo?? Ist etwa der Fernseher falsch eingestellt???

Einige Recherchen und Flüche weiter kam die eiskalte, nüchternde Wahrheit ans Tageslicht: NEIN, die Glotze funktioniert prima. Nur die Xbox will nicht “mitspielen”!

Bestandsaufnahme:

  1. die Xbox 360 hat sowohl einen proprietären Anschluss (HD Bild + 5.1 Sound), als auch einen Standard HDMI-Ausgang (HD Bild + Stereo) welche idealerweise nicht parallel genutzt werden können da zu wenig Platz für beide Stecker gleichzeitig vorhanden ist
  2. ich besitze ein nagelneues HDMI-Kabel
  3. ich besitze das “Standard-Kabel” für die Xbox

Bleiben zwei Wahlmöglichkeiten:

  1. Ich kaufe mir das passende Microsoft-Ich-Bin-Schweine-Teuer-HDMI-Kabel um wieder vollen Sound genießen zu können oder
  2. Ich lasse mir selbst eine Lösung einfallen.

Ich habe mich für letzteres entschieden :-)

Beide Anschlüsse gleichzeitig zu nutzen geht nicht? Von wegen. Es geht doch! Wer etwas geschickt ist und das Standard-Kabel nicht mehr braucht kann jetzt gerne weiterlesen.

ABER AUF EIGENE GEFAHR. ICH ÜBERNEHME KEINERLEI HAFTUNG, GARANTIE ODER GEWÄHRLEISTUNG WENN ETWAS BEI DER PROZEDUR BESCHÄDIGT ODER ZERSTÖRT WERDEN SOLLTE! DIE DURCHFÜHRUNG GESCHIEHT ALSO ZU 100% AUF EIGENE GEFAHR!

Die Lösung allen Übels ist die Entfernung der Kunstoffummantellung des proprietären Microsoft-Steckers. Lösen kann man diese durch einen Schnitt mit Hilfe eines Dremels entlang der Nut (Bild 1, grüne Linie). Das Kabel für die Bildübertragung kann nach Bedarf abgeschnitten werden (Bild 1, blaue Linie). Hat man “die Schale vom Ei gepellt” wird man schnelle merken das alles ein wenig instabiler geworden ist. Aber kein Problem an dieser Stelle. Der eigentliche Stecker kann mit der Metallauflage der kleinen Platine verlötet werden (rote Linie). Herzlichen Glückwunsch! Der self-made-Stecker ist jetzt fertig und kann parallel mit dem HDMI-Anschluss an der Konsole verwendet werden :-)

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