Heute wurde ich als Fanboy beschimpft, abfällig belächelt, für bekloppt erklärt und als von Tesla für Marketingvideos gekaufter untalentierter Laiendarsteller tituliert. Ich hatte aber auch einen ereignisreichen tollen Vormittag, habe interessante Gespräche mit vielen netten Menschen geführt, „nebenbei“ ein Auto bestellt und dafür in den sozialen Netzen viel Anerkennung erhalten. Da zur Zeit noch niemand weiss, wie dieses Auto aussehen wird, welche Eigenschaften es haben wird und wie viel genau es kosten wird, kann ich das Unverständnis sogar ein Stück weit nachvollziehen.

Woran liegt es also, dass sich morgens vor einem Tesla Store zur Öffnung an die 50 Menschen einfinden, nur um ins Blaue gegen eine Zahlung von 1000€ ein Auto zu reservieren? Sind das wirklich alles nur markensüchtige durchgeknallte Selbstdarsteller?! Oder verlorene Seelen, die den Weg zu den gerade mal rund 30 Menschen nicht gefunden haben, die direkt nebenan bei Apple für das heute erschienene iPhone SE und iPad Pro 9.7 Zoll angestanden haben?

Bestätigung Tesla_Model3_Reservierung

Das Model 3 wird von Tesla erst morgen früh um 05:30 Uhr (deutscher Zeit) live im Webstream der Öffentlichkeit vorgestellt. Bisher weiß man lediglich, dass es mindestens 320km echte Reichweite haben wird, irgendwo bei 35.000 Dollar liegen soll und von der Größe einem Audi A4 oder 3er BMW entsprechen wird. Was aber darüber hinaus noch bekannt ist, ist die bedingungslose Vehemenz, mit der Elon Musk das Unternehmen aufgebaut hat und nach wie vor führt. Er ist vollkommen überzeugt davon, dass die globale Klimaerwärmung langfristig eine Gefahr für die gesamte Menschheit darstellt und der Autoverkehr einen ganz erheblichen Anteil daran hat. Genau das will Elon Musk mit Tesla ändern und unsere Mobilität in Zukunft nachhaltig und somit CO2-neutral gestalten. Er will also nichts weiter, als die Welt verbessern.

Als Multimilliardär besitzt er mehr Geld, als er und seine fünf Kinder jemals ausgeben könnten. Anstatt aber auf einer warmen Südseeinsel sich ein schönes Leben mit seiner Familie zu machen, opfert er für seine Ziele jeden Tag all seine Zeit. Nach eigenen Aussagen arbeitet er regelmäßig 100 Stunden pro Woche für Tesla, SpaceX und SolarCity und will damit für nachhaltige Mobilität, für den Fortbestand unserer Spezies und für die Erzeugung nachhaltiger Energie sorgen. Das mag größenwahnsinnig klingen, ist aber einfach so und verdient höchsten Respekt.

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Während etablierte Hersteller jahrelang behaupteten, die Technik wäre noch nicht reif für signifikante Reichweiten, hat Tesla 2012 einfach das Model S mit bis zu 500km elektrischer Reichweite auf den Markt gebracht. Anfangs als Spielzeug für Reiche verschrien, konnte das Model S sich an die Spitze der Verkaufszahlen von Oberklassefahrzeugen setzen. Bereits im Jahr 2006 veröffentlichte Elon Musk aber seinen so genannten Masterplan, an dessen Ende das preiswerte Elektroauto mit hohen Stückzahlen stand. An genau diesem Punkt sind wir nun fast angelangt!

In Musk We Trust.

Für immer mehr Menschen werden Nachhaltigkeit, Klimawandel und Zukunft unserer Mobilität wichtige Themen. Genau diesen Wandel im Zeitgeist adressiert Tesla! Das ist der Grund, warum ich zum ersten Mal heute eine Schlange mit Menschen vor einem „Autohaus“ gesehen habe, die ein Auto bestellen wollten, obwohl noch niemand weiß, wie es überhaupt aussehen soll. Es ist das blinde Vertrauen in ein Unternehmen, ein Produkt einfach richtig zu machen, ja richtig machen zu müssen. Elon Musk geht mit seinen Investitionen „All-In„, um der Automobilindustrie zu beweisen, dass ein attraktives Elektroauto für den Massenmarkt möglich ist. Dies tut er auf eine dermaßen radikale und branchenweit einzigartige Art und Weise, daß ich absolut überzeugt davon bin, dass mehr als genug Menschen seinem Ruf folgen werden!

Wir müssen jetzt nur noch zwei Jahre warten…

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