BMW i – Born Electric Tour – Düsseldorf
BMW i, die neue Submarke von BMW, besucht auf ihrer Born Electric Tour (Teaser auf YouTube) innerhalb von einem Jahr (Juni 2012 – Juni 2013) sieben Metropolen in der ganzen Welt. Vom 05. bis 09. September 2012 waren sie in Düsseldorf in den schönen Schwanenhöfen. Während vorne leider noch gebaut wurde, befand sich im hinteren Teil des Gelände eine wundervolle Location für die Ausstellung. Kostenloses Parken im Parkhaus, draußen eine schöne Terrasse mit Sitzgelegenheiten, kostenlose Getränke und überall freundliche und zuvorkommende junge Mitarbeiter sorgten für ein angenehmes “Herzlich Willkommen” Gefühl.
Hinter dem Eingang erwartete den Besucher ein großzügiger Raum, in dem diverse Exponate ausgestellt waren. Hier ging es um den Herstellungsprozess der neuen Auto-Generation – von vorne bis hinten nachhaltig. Eigene Windräder auf den Betriebsgeländen, natürlich gegerbtes Leder ohne Giftstoffe für den Innenraum, neue pflanzliche Materialien, die den Kunststoff ersetzen sollen, und Holzelemente aus schnell wachsenden Baumbeständen. Überall gab es Sitzgelegenheiten und iPads mit unzähligen Informationen und Exponate, die zum Anfassen einluden. Besonders interessant war der Info-Bereich für “Drive Now“, einem Car Sharing Projekt von BMW i, Mini und Sixt. Die Idee ist, dass eine größere Anzahl von Autos im Stadtgebiet verteilt sind, die man über eine App aufspüren kann, um sie sofort zu benutzen. Auto suchen, einsteigen, fahren und anschließend irgendwo anders im Stadtgebiet wieder abstellen. Bezahlt wird pro Minute 29ct, Sprit, Reinigung, Versicherung und Parkgebühren für das gesamte Stadtgebiet sind inbegriffen. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um BMW 1er, Minis in allen Ausführungen (Clubman, Cabrio, Cooper) und ab 2013/2014 natürlich auch den i3. Die zugehörige App zeigt einem den Tankinhalt, den Standort und den Fahrzeugtyp an. Außerdem gibt es die Möglichkeit der Reservierung und Buchung von Tagespaketen. Ein tolles Konzept, wie ich finde, was es mittlerweile in den Städten San Francisco, Düsseldorf, München und Berlin gibt. Weitere Städte sind in Planung. Schön war, dass die unverbindliche Registrierung auf der Born Electric Tour kostenlos durchgeführt werden konnte. Normalerweise kostet diese einmalig 29 Euro, daher hat sich alleine dafür der Besuch der Ausstellung schon gelohnt.
Ein netter Mitarbeiter von BMW i nahm uns nach dem Eintreten in Empfang und bot uns eine Führung durch die Ausstellung an. Dankend nahmen wir an, und es folgte ein etwa einstündiger Rundgang, in dem uns sehr viele Fakten über die neue Linie von BMW vermittelt wurden. Besonders interessant war gleich am Anfang die ausgestellte Rohkarosse des i3, welche komplett aus Kohlefaser besteht. Extrem stabil und dabei extrem leicht – genau das richtige für ein Elektroauto mit seinem schweren Akku. Ein i3 wiegt dank dieser Karosse lediglich 1,2t und somit rund 300kg weniger als vergleichbare Elektroautos mit herkömmlicher Stahlblech-Karosserie. Ein weiterer Vorteil dieser Bauform ist, dass keine B-Säule benötigt wird. Dadurch ergeben sich gegenläufig öffnende Türen und eine sehr gute Übersicht für den Fahrer. BMW hat hier mächtig investiert, um dieses bisher extrem aufwendige Herstellungsverfahren für die Massenproduktion zu automatisieren.
In einem zweiten sehr großen Raum standen dann schließlich die begehrten Konzeptautos, der i3 Concept und i8 Concept. Während der i3 als reines Elektroauto angeboten werden wird und nur optional mit einem Verbrenner als Range Extender ausgestattet sein wird, ist der i8 ein paralleler Hybrid. Vorne sitzt der Elektromotor und hinten ein Benziner, welche beide durch ein intelligentes Management kombiniert werden können. Dadurch ergeben sich je nach Fahrsituation Front- bzw. Allrad-Zustände. Da der i8 nur rund 30km rein elektrisch bewegt werden kann, ergibt sich ein Benzinverbrauch von rund 2,7 Liter auf 100km. Ein beachtlicher Wert für einen Supersportler! Beachtlich ist aber auch der Preis dieses Fahrzeuges, welches 2014 für etwa 130.000 Euro auf den Markt kommen wird.
Die Sinnhaftigkeit, sich mit einem Konzeptauto zu beschäftigen, welches erst in über einem Jahr auf den Markt kommen wird, mag natürlich zweifelhaft sein. Bekanntermaßen schaffen es meist ohnehin viele Aspekte nicht in die Serienversion. Trotzdem: Insgesamt eine sehr schöne Aktion von BMW.





















Hey Nino,
Danke für den schönen Bericht und die vielen Bilder.
Durftest du im i3 / i8 Platz nehmen?
Das war leider in London nicht möglich, als ich die beiden zuletzt gesehen habe. Habe das Gefühl, dass sie noch in einem sehr frühen Konzept-Stadium sind. Wie du bereits geschrieben hast, wird die Serie sicher etwas anders aussehen.
Bei aller Euphorie, was Kohlefaser angeht: Solange du keinen Unfall baust, ist das ja schön und gut. Mit Reparieren ist da nämlich im Fall der Fälle nichts mehr, da kann nur noch ausgetauscht werden. Und das kostet!
Guy
Hi Guy!
Nein, man durfte natürlich nicht einsteigen. Kann ich aber nachvollziehen! So ein Konzeptauto ist ein Einzelstück und kostet schnell mal eine Millionen Euro. Auf seiner Jahrestour würden da sicher zehntausende Leute ein und aussteigen und die Autos würden ruckzuck abgerockt aussehen. Dann hätten sie in Shanghai nichts schönes mehr zu präsentieren! Macht auch keinen Sinn, da bei Konzeptautos oftmals viele Details noch garnicht funktionieren.
Da klappert alles, die Spaltmaße sind schlecht, Bedienelemente sind noch ohne Funktion, es gibt keine Sitzverstellung usw.
Bezüglich Reparaturen teilte man mir mit, dass eine Reparatur meist nicht notwendig, aber dennoch möglich sein wird. Es ist wohl so, dass typische Unfälle, bei denen ein gewisses Maß an Blechverformungen stattfindet, der Kohlefaserstruktur nichts anhaben. Sind die Kräfte so hoch, dass das Kohlefaser bricht, wäre ein normales Auto ebenfalls Totalschaden. Aber selbst wenn etwas abbricht, kann das wohl repariert werden, laut BMWi.
Hallo Nino,
gelungener Artikel.
Für mich wäre es noch interessant gewesen, ein paar Detailinfos zum i3 zu bekommen.
Auch möchte ich an dieser Stelle noch der Vollständigkeit halber auf das Carsharing von car2go (https://www.car2go.com/?selection=new) verweisen, die das gleiche Konzept ebenfalls erfolgreich in Großstädten in mehreren Ländern etabliert haben. Hier werden allerdings SMARTS eingesetzt.
BG
Oliver
Hallo Olli!
Natürlich, es gibt noch andere Organisationen dieser Art. Car2Go ist meines Wissens die Größte mit derzeit rund 1000 Autos. DriveNow hat etwa 500 und dann gibt es noch einige kleinere Unternehmen in dem Sektor.
Über den i3 hätte ich ebenfalls gerne mehr erfahren, leider wird er als Serienversion erst 2013 auf der IAA vorgestellt. Von daher beschränkte sich die Führung mehr auf den technologischen Aspekt. Was ich vielleicht noch erwähnen kann ist, der i3 wird mit ca. 200 Liter Kofferraum relativ beschränkt reisetauglich sein. Bzw. große Einkäufe werden nicht möglich sein. Zum Vergleich, der Smart hat ebenfalls 195 Liter Kofferraum.